Das Projekt „Neue Stever“ ist für die Bürger undurchsichtig

Die „alternativen Fakten“ sind hausgemacht. Das Projekt „Neue Stever“ ist für den Bürger komplett undurchsichtig. Es gibt keine zentrale ständig verfügbare Stelle (z.B. eine Internetseite), die das Projekt vorstellt und für den normalen Bürger verständlich erklärt. Die Präsentation einer Auflistung von Datumsangaben von Bürgerinformationen ohne jeglichen Inhalt sorgt jedenfalls nicht für Aufklärung.

Am 30.11.2021 wurde im Bau- und Umweltausschuss klar, dass die Stadt Olfen keine Verpflichtung hat die durch den Halterner und Hullerner Stausee bestehende Unterbrechung von Stever und Lippe zu beheben. Hier ist die Gelsenwasser AG verantwortlich. In der Sitzung wurden die Gründe für das Engagement der Stadt Olfen beim Thema „Neue Stever“ nicht klar. Warum investiert die Stadt Olfen so viel Zeit und Mühe in das Projekt und nimmt finanzielle Risiken auf sich, obwohl sie das nicht muss?

In der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses vom 26.10.2021 wurde noch einmal der verbesserte Hochwasserschutz durch die neue Stever lautstark herausgestellt. Interessanterweise spielte dieses Argument in der Sitzung vom 30.11. überhaupt keine Rolle.
Für die direkten Anwohner der „Neuen Stever“ spielt das Thema Hochwasser aber eine zentrale Rolle. Immerhin wird ein fließendes Gewässer sehr nah an Häuser gebracht wo es bislang keines gab. Das Jahr 2021 hat hinreichend gezeigt, dass bei extremen Niederschlägen auch ein ursprünglich kleines Gewässer enormen Schaden anrichten und Existenzen zerstören kann.

Immerhin wurde in der Sitzung auf die andere Form des Extremwetters, die zunehmende Trockenheit eingegangen. Der Stever muss bei Trockenheit Wasser aus dem Dortmund-Ems Kanal zugeführt werden, damit die „Neue Stever“ nicht austrocknet. Ist es sinnvoll in Zeiten, in denen das Gut Wasser knapper wird, ein Bauwerk zu errichten, das ständig Wasser „verbraucht“?

Es bleibt zu hoffen, dass die gut verständliche zentrale Informationsstelle schnell geschaffen wird damit in der angekündigten Bürgerversammlung Verwaltung und Bürger auf Augenhöhe ohne „alternative Fakten“ sachlich diskutieren können.

Dieser Leserbrief wurde am 17.12.2021 in den Ruhrnachrichten veröffentlicht.

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