Vorbehalte gegenüber der Neuen Stever

Leserbrief: Thema „Neue Stever in Olfen“

Bei meinen Radtouren in den letzten Jahren habe ich häufig bemerkt, dass der Wasserstand des Hullerner-Stausees oft sehr sehr niedrig war. Daher habe ich mich auch nicht mehr über die in letzter Zeit häufig publizierten Pressemitteilungen gewundert, dass die derzeitigen Regenwassermengen nicht ausreichen um u.A. den bereits abgefallenen Grundwasserpegel wie in früheren Jahren auszugleichen.

Fachleute weisen daraufhin, dass wir in naher Zukunft mit einer deutlichen Verknappung unseres Trinkwassers rechnen müssen. Daher ist es m.E. mehr als fahrlässig einen Teilstrom des Steverwassers über die sogen. neue Steuer in die Lippe zu leiten und somit freiwillig auf einen Teil der uns zur Verfügung stehenden Trinkwasserkapazität zu verzichten.

Vollkommen unerfindlich ist es mir auch, wieso und warum die Stadtverwaltung auf einen großen Teil des wertvollen Olfener Grundwssserreservates verzichten will. Ist die Aussage unseres Bürgermeisters, es sei nur der unmittelbare Bereich neben der geplanten neuen Stever vom Grundwasserverlust und den daraus resultierenden Bodenabsenkungen betroffen ist, durch Probebohrungen und Begutachtung eines neutralen Erdbaulaboratoriums überprüft worden?

Falls ja:

  • Wie groß ist unter Berücksichtigung des Gutachtens der Bereich?
  • Welche Fließrichtung hat das Grundwasser?
  • Ist mit Bodenabsenkungen und Verwerfungen zu rechnen, so daß Schiefstellungen von Gebäuden und Leitungen nicht auszuschließen sind?

Auf diese Frage bei der sogen. Anhörung hat jemand des beauftragten Ing.-Büros gemeint, dass die evtl. auftretenden Gebäudeschäden etc. von der Stadt Olfen reguliert werden.

Dieser Aussage des Ing.-Büros entnehme ich, dass Gebäudeschäden etc. nicht auszuschließen sind. Welche verheerenden Konsequenzen das für ein Haus haben kann,sollte bei der Bewertung des Vorhabens berücksichtigt werden. Bergschädenbetroffene aus dem Ruhrgebiet können dazu sicherlich zweckdienliche Angaben machen.

Unseren Gesetzgebern war und ist die Erhaltung des Grundwasserspiegels sehr viel wichtiger als – bewußt oder unbewußt – den Befürwortern der neuen Stever. Er hat den Betreibern die den Wärmeinhalt des Grundwasser für ihre Wärme-pumpen nutzen auferlegt die über ein Bohrloch entnommene Grundwassermenge über ein zweites Bohrloch den Grundwasserspiegel mit der v.g. Wassermenge wieder aufzufüllen, so dass hierdurch kein Grundwasserdefizit verursacht wird.

Bei zu geringen Niederschlagsmengen und gleichzeiter Wasserentnahme aus der Stever für die sogen. neue Stever ist es lt. Pressemitteilung geplant in Senden mit dem Wasser aus dem Dortmund Ems-Kanal die Stever aufzufüllen, um die notwendigen Wasservorräte im Hullerner/Haltener Stausee zu gewährleisten.

Wie aus dem u.A. mit krebsverursachenden Kohlenwasserstoffen kontaminiertem Kanalwasser, Trinkwasser werden soll ist m.E, mit höchster Priorität zu berücksichtigen. Die einzige mir bekannte wirkungsvolle Einrichtung für die Beseitigung der Kohlenwasserstoff-Moleküle ist eine aufwendige Biologische-Kläranlage in der ein Kohlenwasserstoff verzehrender Mikrobenstamm eingesetzt wird.

Wer bezahlt den Bau und den Betrieb der Kanalwasserentnahmeestation sowie Reinigung des Kanalwassers? Der Olfener Bürger oder der Trinkwasserendverbraucher?

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