Die Neue Stever wäre tocken

Für Arbeiten an der Füchtelner Mühle Ende April 2022 (die Ruhrnachrichten berichteten erstmals) wurde die Stever deutlich abgesenkt.

Die folgenden Bilder zeigen den Wasserstand der Stever am 01.05. und 08.05.2022.

Laut Anfrage bei der Unteren Wasserbehörde des Kreises Coesfeld wird der abgesenkte Pegelstand nicht erfasst.

Eigene Messungen ergaben, dass die Stever um ungefähr 1,60 Meter abgesenkt wurde. Die Untere Wasserbehörde hält diesen ermittelten Wert für plausibel.

Der normale aufgestaute Wasserpegel liegt bei ungefähr 43,74 Meter über Normal Null (m. ü. NN). Nach der Absenkung liegt der Pegel der Stever jetzt bei ungefähr 42,14 m. ü. NN.

Dieser Wasserstand ist für die Lebenwesen der Stever schlimm, für die der wäre er Neuen Stever fatal – die Neue Stever wäre trocken.

Am Entnahmepunkt der Neuen Stever in der Stever ist eine Sohlanhebung auf 43,25 m. ü. NN geplant, was ungefähr 110 cm höher als der aktuelle Wasserstand der Stever liegt.

Schematische Darstellung der Sohleanhebung der Neuen Stever an der Entnahmestelle. Quelle: Karten Wasserwirtschaftlicher Erläuterungsbericht, S. 6

Auch die aktuell in Arbeit befindliche Zwischenlösung, die den Wasserstand um 1 Meter anheben soll, würde den Pegel der Stever nicht weit genug anheben um wieder Wasser in die Neue Stever fließen zu lassen.

Damit ist die Aussage des Planungsbüros Koenzen aus der Bürgerversammlung vom 09.03.2022 falsch, dass es kein Szenario gebe, an der die Neue Stever trocken fallen könne.

Laut Aussage der Unteren Wasserbehörde des Kreises Coesfeld gibt es keine planmäßigen Absenkungen der Stever für Wartungsarbeiten an Stauanlagen. Das aktuelle Szenario, die Wartungsarbeiten an der Füchtelner Mühle, wurden bei der Planung der Neuen Stever offensichtlich nicht berücksichtigt.

Die Füchtelner Mühle scheint einen größeren Sanierungsstau zu haben, so dass leider mit einer längerfristig abgesenkten Stever zu rechnen ist. Die Uferbefestigungen, die die Stever freigegeben hat, machen ebenfalls keinen einwandfreien Eindruck, so dass hier irgendwann auch mit Instandsetzungsarbeiten gerechnet werden muss. Grundsätzlich müssen an jedem technischen Bauwerk irgendwann Wartungs- und Sanierungsarbeiten durchgeführt werden, so dass es nicht unwahrscheinlich ist, dass der Pegel der Stever häufiger weit abgesenkt wird.

Die Neue Stever, die mit großem Aufwand gebaut werden muss, könnte in diesem Fall nicht mehr ihre Funktion erfüllen die Stever und die Lippe so zu verbinden, dass Wasserorganismen ungehindert zwischen den Gewässern zwischen beiden Gewässern wandern können.

Die Neue Stever läge trocken.

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